Wir hatten die Chance, den neuen BenQ EX2710 von der MOBIUZ-Serie ordentlich zu testen. Ob der EX2710 überzeugen konnte, das erfährst du in diesem Testbericht.
BenQ MOBIUZ EX2710 – Technische Eigenschaften Überblick
Wie bereits erwähnt gehört der EX2710 zu neuen MOBIUZ-Reihe von BenQ. Hierbei gibt es noch eine 25-Zoll-Variante, den BenQ EX2510. Unser Test bezieht sich jedoch nur auf die 27-Zoll-Variante. Das Display des EX2710 misst 27 Zoll (68,58 cm) und hat ein 1920 x 1080p (Full-HD) IPS-Panel verbaut.
Trotz des IPS-Panels soll der EX2710 eine Pixel-Reaktionszeit von ganzen 2 Millisekunden (Grey to Grey) schaffen.
Die Bildwiederholfrequenz beträgt ganze 144 Hertz, damit ist der EX2710 also optimal für den Gaming-Gebrauch (speziell für Games mit hohen FPS-Zahlen z.B. Ego-Shooter) zugeschnitten.
Zusätzliche technische Features wie AMD FreeSync Premium lassen eine Synchronisation der Bildraten von Monitor und von FreeSync-kompatiblen Ausgabegeräten (AMD-GPUs, manche Nvidia-GPUs, etc.) zu. Unschöne Nebeneffekte wie Screen-Tearing beim Computer- oder Konsolen-Gaming können somit praktisch minimiert, wenn nicht sogar ganz vermieden werden.
Weitere Features wie eine TÜV-zertifizierte Flicker-Free-Funktion, eine Low-Blue-Light-Funktion sowie BenQs „Brightness Intelligence Plus“ Technologie sind ebenfalls integriert.
Auch aufgefallen ist, dass der EX2710 auf Funktionen wie HDRi (soll Bildqualität bzw. Kontraste verbessern) und auf zwei leistungsstarke 2,5-Watt-Lautsprecher (treVolo Soundsystem) für ein besseres Raumklangerlebnis setzt.
Design und Ergonomie
Mit der MOBIUZ-Serie hat sich BenQ, zumindest im Vergleich zu vorherigen Modellreihen, endlich für ein deutlich moderneres, aber auch markanteres Design entschieden. Der ganze 144Hz-Monitor ist überwiegend mit mattgrauem Kunststoff versehen. Jedoch sind kleinere Glanzlack-Akzente vorhanden.
Gleiches gilt für das Display des EX2710, denn dieses ist ebenfalls matt gehalten und sorgt für eine fast rahmenlose Optik. Außerdem werden unschöne Reflexionen (z.B. von einer RGB/LED-Tastatur) dank der Matt-Optik gekonnt vermieden.
Allgemein wirkt die Verarbeitung sehr hochwertig und es sind uns keine unschönen Fehler aufgefallen. Positiv aufgefallen ist das als Relief integrierte BenQ-Logo an der vorderen, unteren Rahmenseite des Bildschirms.
Am unteren, rechten Rahmen ist sogar eine bedienbare HDRi-Taste mit dem HDRi-Logo angebracht, mit welcher man in den HDRi-Modus schalten kann.
Das Highlight des BenQ ist jedoch der Standfuß, dieser ist im Kontrast zum Bildschirm in hellem Grau (auch matt) sowie einem angenehmen Orange-Ton versehen.
Die Form des Standfußes erinnert gewissermaßen an ein Möbiusband, was auch die Inspiration hinter dem Namen „MOBIUZ“ war.
Durch den schicken Standfuß sind ergonomische Einstellungen wie eine Höhenverstellung 13 cm sowie ein Neigungswinkel von +20°/-5° möglich.
Zudem ist der BenQ EX2710 um ca. 20° in beide Richtungen drehbar, welche man mit einer eingravierten Anzeige auf dem Standfuß genau konfigurieren kann. Eine Pivot-Funktion gibt es aber nicht.
Zudem befindet sich ein Kabeldurchlass am unteren Ende des Standfußes.
Fazit: Beim Design des EX2710 hat sich BenQ endlich etwas mehr getraut und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Die Verarbeitung fällt (zumindest bei unserem Modell) sehr hochwertig aus und zeugt von Qualität. Der Standfuß, dessen Verarbeitung und ergonomische Funktionen überzeugen sehr, sodass wir in den Punkten Design und Ergonomie eine formidable Endnote vermerken können.
Helligkeit, Kontrast und Farbraum
Bezüglich der maximalen Helligkeit hat der Hersteller einen Wert von 400 cd/m² angegeben. In unserem Test konnten wir jedoch deutlich niedrigere Helligkeitswerte ermitteln: HDR-Mode: 286 cd/m², RGB-Mode (Werkeinstellung): 265 cd/m², Standard-Mode: 286 cd/m². Selbstverständlich haben wir die Tests mehrmals durchgeführt und den Monitor auch mindestens eine Stunde warmlaufen lassen. Das renommierte Magazin PRAD hat ebenfalls einen ähnlichen Wert von 315 cd/m² messen können.
Als Minimalwert der Helligkeit konnten wir einen Durchschnittswert von 55 cd/m² messen. Dadurch ist der BenQ MOBIUZ EX2710 vor allem auch zum Betrieb in sehr dunklen Räumen geeignet. Bezüglich des Kontrasts konnten wir einen Wert von 1010:1 messen, dieser entspricht voll den Herstellerangaben und ist auch typisch für ein solches IPS-Panel.
Für den Farbraum hat der Hersteller eine 99% Abdeckung von sRGB angegeben. In unserem Test konnten wir 98% von sRGB, 77% von AdobeRGB und 81% von P3 messen.
Fazit: Da die Helligkeit deutlich schlechter ausfällt, als vom Hersteller angegeben, müssen wir hier einige Punkte abziehen. Auch ist uns ein mediokre ausgeprägter Clouding-Effekt aufgefallen. Kontrast und Farbraum sind absolut im akzeptablen Bereich und sind mit Konkurrenzmodellen wie dem ViewSonic XG2405 auf Augenhöhe.
BenQ EX2710 – In-Game Test
Wir haben den BenQ EX2710 in drei unterschiedlichen, aktuellen Spielen getestet: Valorant (Dynamic Ego-Shooter), CS:GO (E-Sports-Ego-Shooter) und League of Legends(E-Sports-MOBA).
In den Spielen Valorant und League of Legends hat uns das Gameplay mit dem BenQ EX2710 besonders gut gefallen, da die 2ms Reaktionszeit so gut wie nicht auffallen. Der Monitor spielt sich praktisch wie ein TN-Monitor, nur dass die Bildqualität, die Farben und der Kontrast deutlich besser ausfallen. Im Spiel League of Legends könnte die geringere Pixeldichte leider etwas stören, hier könnte man dann auf die 25-Zoll-Version setzen.
Eingefleischte CS:GO Profis werden die 2ms Reaktionszeit ggf. negativ auffallen, diese sollten sowieso eher auf ein TN-Panel zurückgreifen. Normale und semiprofessionelle User werden hier aber höchstwahrscheinlich keinen Unterschied zu einem TN-Monitor mit 1ms bemerken können.
Bedienung
Die gesamte Bedienung des BenQ EX2710 wird über einen Joystick an der rechten Rückseite des Bildschirms abgewickelt.
Hierbei ist uns positiv aufgefallen, dass es eine Art Quick-Select-Menü gibt, mit welchem man die wichtigsten Einstellungen in Sekundenschnelle anpassen kann. Auch kann man zwischen der verschiedenen Modi wechseln.
Eine Ausnahme ist die HDRi-Taste am unteren Rahmen, diese aktiviert den HDRi-Modus. Mit diesem emulierten HDR soll die Bildqualität verbessert werden.
Mit einer maximalen Helligkeit von 286 cd/m² reicht es leider aber nicht für echte HDR bzw. eine HDR400-Zertifizierung. Ansonsten ist die Bedienung durch den Joystick sehr komfortabel und einfach zu bedienen, vor allem das OSD-Menü hinterlässt einen positiven Eindruck.
Monitor-Anschlüsse
Da der BenQ EX2710 eine Bildfrequenz von 144Hz darstellen kann, hat es BenQ bezüglich der Anschlüsse recht einfach gehalten. Zur Auswahl stehen zwei HDMI-2.0-Ports mit welchen man bei Full-HD-Auflösung bis zu 120Hz übertragen kann.
Um die vollen 144Hz auszukosten, sollte man jedoch am besten den Display-Port mit der Version 1.2 verwenden. Darüber hinaus ist noch ein 3,5 mm Klinkenanschluss für Kopfhörer bzw. Headsets verfügbar. USB-Ports/Hubs sind nicht vorhanden.
Um die Kabel besser zu verdecken ist eine abnehmbare Kabelabdeckung sowie eine Kabelführung am Standfuß integriert.
Lieferumfang
Im Lieferumfang befinden sich: der Monitor, der Standfuß aufgeteilt in zwei Teile, ein Netzkabel ohne Netzteil, ein HDMI-Kabel, Quick-Start-Guide, Gebrauchsanweisung sowie Sicherheitsanweisungen.
Erwähnt werden sollte, dass die Installation des Monitor-Standfußes ein Kinderspiel ist und dass man hierzu keinen Schraubenzieher oder sonstiges Werkzeug benötigt. Durch eine Taste an der Rückseite des Bildschirms lässt sich der Bildschirm vom Standfuß in Sekundenschnelle wieder deinstallieren.
Was als negativ angesehen werden kann, ist, dass hier nur ein HDMI-Kabel mitgeliefert wurde.
Meinung: Hier hätte man bei diesem Kaufpreis doch ein DP-Kabel beilegen können.
Fazit: Hochwertiger 144Hz-Gaming-Monitor mit guter Preis-Leistung
„Preiswerter 144Hz-Monitor für Gamer, die viel Wert auf schöne Farb- und Kontrastdarstellungen legen, aber gleichzeitig nicht auf ein flüssiges Gaming-Erlebnis und hochwertige Verarbeitung verzichten möchten.“
Vorteile
Nachteile: